Golfsport

Martin Kaymer

Als der Deutsche Martin Kaymer (27) im letzten Jahr für einige Wochen Nummer eins der Weltrangliste wurde, gab es ihn wieder: den Golf-Boom in Deutschland. Lange Zeit war es davor ruhiger um die vermeintlich elitäre Sportart geblieben. Den ersten großen Hype hatte noch in den 80ern der bis heute bekannteste deutsche Golfer Bernhard Langer (54) ausgelöst. Nachdem Kaymer 2011 wie Phoenix aus der Asche zum weltbesten Spieler aufstieg, wird wieder mehr über die Sportart berichtet. Und da Kaymer äußerst ruhig, sachlich und bescheiden auftritt, kommt der Sport auch langsam aus seiner Oberschichten-Ecke weg.
In anderen Ländern wird er als ganz normaler Freizeitsport praktiziert. Weltweit gibt es geschätzte 50 Millionen Spieler. Die Ausrüstung kann man mittlerweile in jedem Kaufhaus erwerben.

Golf in Schottland

Über den eigentlichen “Erfinder” von Golf streiten die Historiker. Das Wort “golf” selbst taucht erstmals im 15. Jahrhundert (1447) in Schottland auf, stammt aber wohl vom holländischen Wort “kolv” ab, was “Schläger” bedeutet. Fest steht, daß die heutige Form des Golfspiels (einen Ball mit einem Schläger auf einem Golfplatz über 9 bzw. 18 Löcher jeweils ins Ziel schlagen) in allen Ländern außerhalb der britischen Insels erst im 19. und 20. Jahrhundert eingeführt wurde. Schottland hatte also bei der Erfindung mit die Nase vorn.

Der erste Bauer eines Golfschlägers wurde 1603 in einer Urkunde erwähnt, der erste schriftlich bekannte Golfball taucht 1618 auf: es ist ein kleiner Ball aus Leder, mit Federn gefüllt. In der ersten internationalen Begegnung besiegt 1682 Schottland die Mannschaft aus England. Hier tritt auch der erste Golfschläger-Träger, der sogenannte “Caddie” auf.

Der älteste Golfclub an einem Standort findet sich im traditionellen St. Andrews (1754 gegründet) an der schottischen Ostküste. Die erste 18-Loch-Runde gibt es 1764.

Olympische Sportart ist Golf 1900 und 1904, der deutsche Golfverband startet erst 1907. 2016 in Rio soll das Golfen wieder olympisch sein.

Das wichtigste Golfturnier weltweit ist der sogenannten “Ryder-Cup”, benannt nach dem englischen Golfer Samuel Ryder, der sein großes Vermögen mit kleinen Pflanzensamen-Tütchen machte. Der Mannschaftswettbewerb wird alle zwei Jahre an wechselnden Orten ausgetragen. Hierbei kämpft ein Team aus Europa gegen ein Team aus den USA, ein klassischer Wettstreit der Kontinente mit ganz großer Tradition. Seit 1927 wird der Ryder-Cup ausgespielt.

Als weltbester Golfer galt lange Zeit der Amerikaner Tiger Woods (36). Nachdem er seine Frau mit diversen Geliebten betrogen hatte, mußte Woods erst einmal die privaten Scherben zusammenkehren und fiel in eine tiefe sportliche Krise. Jetzt bekommt der Sport ihn zurück.

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